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Futtermenge beim Hund berechnen: So viel braucht dein Hund wirklich

Buch Hundeernährung und Futterplan mit Hund auf der Wiese und Futternapf

Auf der Rückseite der Futterpackung steht eine Tabelle. Hund 20 Kilo: 278 Gramm am Tag. Das klingt genau, und die meisten Familien halten sich daran, jeden Tag, jahrelang. Nur weiß die Tabelle nicht, dass dein Hund kastriert ist, lieber auf dem Sofa liegt als rennt und abends noch einen Kauknochen bekommt.

Bei einem ganz gewöhnlichen Hund mit 20 Kilo, kastriert, zwei Spaziergänge am Tag, kommen so schnell rund 50 Gramm Futter zu viel zusammen. Jeden Tag. Aufs Jahr gerechnet sind das gut 18 Kilo Futter, fast so viel, wie der Hund selbst wiegt. Niemand hat dabei etwas falsch gemacht. Die Zahl auf der Packung hat nur nie jemand nachgerechnet.

Das Nachrechnen ist kein Hexenwerk. Du brauchst das Gewicht deines Hundes, einen ehrlichen Blick auf seinen Alltag und den Energiewert deines Futters. Den Rest erledigt ein Taschenrechner, oder unser kostenloser Futterrechner.

Warum die Packungstabelle nur ein Startwert ist

Hersteller müssen eine Fütterungsempfehlung angeben, und sie rechnen dafür mit einem durchschnittlichen Hund. Den gibt es aber nicht. Zwei Hunde mit demselben Gewicht können sehr unterschiedlich viel Energie verbrauchen. Nach einer Kastration sinkt der Bedarf bei vielen Hunden spürbar. Ein junger, verspielter Hund braucht mehr als ein älterer, der lieber schnüffelt als rennt. Und Leckerlis, Kauartikel oder der Rest vom Mittagessen tauchen in keiner Tabelle auf.

Dazu kommt das Futter selbst. Zwei Trockenfutter können sich in ihrer Energie deutlich unterscheiden. Wer die Sorte wechselt und die Grammzahl behält, füttert plötzlich mehr oder weniger, ohne es zu merken. Deshalb rechnen wir nicht in Gramm, sondern in Energie, also in Kilokalorien. Die Gramm kommen erst ganz am Schluss.

In fünf Schritten zur Tagesmenge

Schritt 1: Das richtige Gewicht

Gerechnet wird mit dem Gewicht, das dein Hund bei idealer Figur hätte. Ob er dort liegt, zeigen deine Hände: Die Rippen sollten nicht zu sehen sein, sich aber mit leichtem Druck gut fühlen lassen. Von oben ist eine Taille erkennbar, von der Seite steigt der Bauch nach hinten an. Tierärzte nutzen dafür eine Skala von 1 bis 9. Stufe 4 und 5 sind der Idealbereich. Liegt dein Hund dort, nimmst du einfach sein aktuelles Gewicht.

Ist er deutlich runder oder dünner, rechnest du mit dem geschätzten Idealgewicht. Ein Hund mit 20 Kilo auf Stufe 7 wiegt etwa ein Viertel zu viel, sein Idealgewicht liegt also bei rund 16 Kilo. Bei deutlichem Übergewicht oder Untergewicht lohnt sich zuerst ein Termin in der Tierarztpraxis.

Schritt 2: Das Stoffwechselgewicht

Ein Hund mit 40 Kilo braucht nicht doppelt so viel Futter wie einer mit 20 Kilo, sondern deutlich weniger als das Doppelte. Große Körper verbrauchen im Verhältnis weniger Energie. Die Ernährungsleitlinien rechnen deshalb mit dem Stoffwechselgewicht: das Körpergewicht hoch 0,75. Auf dem Handy-Taschenrechner geht das mit der Taste für Potenzen, meist „x hoch y“.

Für unseren Hund mit 20 Kilo: 20 hoch 0,75 ergibt 9,46.

Schritt 3: Der Faktor

Jetzt kommt der Alltag ins Spiel. Das Stoffwechselgewicht nimmst du mit einer Zahl mal, die zu deinem Hund passt:

So lebt dein Hund Faktor
nimmt schnell zu 90
wenig aktiv oder kastriert: unter einer Stunde Bewegung am Tag, meist an der Leine 95
mäßig aktiv: ein bis drei Stunden am Tag, eher ruhig 110
sehr bewegt: ein bis drei Stunden am Tag mit Rennen, Toben, Hundesport 125
Arbeitshund: drei bis sechs Stunden am Tag 150 bis 175

Ehrlich einschätzen hilft. Zwei Stunden draußen sind nicht zwei Stunden Bewegung, wenn davon anderthalb Stunden Schnüffeln und Stehen sind. Schwankst du zwischen zwei Stufen, nimm die niedrigere. Nachbessern geht später immer, und mehr Futter geben fällt leichter als weniger.

Schritt 4: Der Tagesbedarf in Kilokalorien

Stoffwechselgewicht mal Faktor ergibt den Tagesbedarf. Für den mäßig aktiven 20-Kilo-Hund sind das 9,46 mal 110, also rund 1.040 Kilokalorien am Tag. Ist derselbe Hund kastriert und eher gemütlich, rechnest du mit Faktor 95 und kommst auf rund 898 Kilokalorien. Ein Unterschied von fast 150 Kilokalorien, jeden Tag.

Schritt 5: Von Kilokalorien zu Gramm

Auf vielen Packungen steht, wie viel Energie in 100 Gramm Futter steckt, oft als „umsetzbare Energie“ oder „ME“. Dann rechnest du: Tagesbedarf geteilt durch Kilokalorien pro 100 Gramm, mal 100.

Ein Trockenfutter mit 374 Kilokalorien pro 100 Gramm ergibt für den mäßig aktiven Hund 278 Gramm am Tag. Genau die Zahl von der Packung. Für den kastrierten, gemütlichen Hund sind es dagegen nur 240 Gramm. Da stecken die knapp 40 Gramm, die jeden Tag zu viel im Napf landen, und die Leckerlis sind noch gar nicht mitgezählt.

Hundeportrait im Holzrahmen im Wohnzimmer, Golden Retriever mit dem Namen Paul

Leckerlis gehören in die Rechnung

Tierärzte empfehlen, dass Leckerlis höchstens ein Zehntel der Tagesenergie ausmachen. Beim 20-Kilo-Hund mit 1.040 Kilokalorien sind das 104 Kilokalorien für Belohnungen und Kauartikel. Für die Mahlzeiten bleiben 936 Kilokalorien, also 250 Gramm von unserem Beispielfutter statt 278. Wer Leckerlis gibt und die volle Menge im Napf lässt, füttert jeden Tag zu viel, auch wenn jede einzelne Belohnung klein aussieht.

Besonders schnell summiert sich das in Familien. Jeder gibt ein bisschen, niemand weiß vom anderen. Ein gemeinsamer Zettel am Kühlschrank, auf dem steht, was der Hund heute schon bekommen hat, hilft mehr als jede gute Absicht.

Und wenn keine Kalorien auf der Packung stehen?

Dann lässt sich die Energie aus den analytischen Bestandteilen schätzen: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchte. Die Rechnung dafür ist etwas länger, weil sie berücksichtigt, wie viel der Hund tatsächlich verdaut. Unser Futterrechner übernimmt sie für dich, du tippst nur die Werte von der Packung ab.

Die Kontrolle am Hund

Jede Rechnung liefert einen Startwert, keine Garantie. Rasse, Fell, Wetter und Temperament verschieben den Bedarf, und selbst gesunde Hunde mittleren Alters unterscheiden sich um mehr als ein Drittel. Deshalb gehört zu jeder neuen Menge eine Kontrolle nach zwei Wochen: Rippen fühlen, Taille anschauen, am besten auch wiegen. Nimmt dein Hund zu, obwohl er das nicht soll, gib etwa ein Zehntel weniger. Wird er zu schlank, ein Zehntel mehr. Nach zwei bis drei Wochen prüfst du wieder. Nach ein paar Runden hast du die Menge, die zu deinem Hund passt, und nicht zu einem Durchschnittshund aus der Tabelle.

Wo die einfache Rechnung aufhört

Für Welpen gilt eine andere Rechnung, weil sie im Wachstum sind und bei großen Rassen zu schnelles Wachstum den Knochen schaden kann. Auch tragende und säugende Hündinnen, Hunde mit Übergewicht, das abgebaut werden soll, und kranke Hunde brauchen mehr als die fünf Schritte. Hier gehört die Tierarztpraxis mit an den Tisch, und die Zielwerte legt sie fest.

Schneller geht es mit dem Futterrechner

Wenn du die Schritte nicht selbst tippen willst: Unser kostenloser Futterrechner rechnet Tagesbedarf, Leckerli-Budget und Grammzahl für dein Futter in einer Minute aus. Auf Wunsch bekommst du das Ergebnis übersichtlich per E-Mail, zum Ausdrucken oder für den Kühlschrank.

Alles zum Nachrechnen: das Buch

Die fünf Schritte stammen aus unserem Buch „Hundeernährung und Futterplan“. Dort rechnen wir jede Fütterungsform für einen kleinen, mittleren und großen Modellhund durch: Trockenfutter, Nassfutter, BARF, selbst gekocht und vegan. Dazu kommen eigene Kapitel für Welpen, ältere Hunde, Übergewicht, Allergie und andere besondere Fälle, 15 Arbeitsblätter zum Ausfüllen und Futterpläne für gesunde erwachsene Hunde. Mehr dazu auf unserer Bücherseite oder direkt bei Amazon.

Und wenn dein Hund nach der richtigen Menge wieder eine Taille hat, ist das vielleicht der richtige Moment für ein Portrait: Hundeportraits in allen Stilen oder die Geschenke für Hundemenschen.

Passend dazu: der Futternapf mit dem Namen deines Hundes, aus Edelstahl mit Motivband.

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Quellen: FEDIAF Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, Publication September 2025 (Energiebedarf, Körperbewertung); National Research Council (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats (Energie aus den analytischen Bestandteilen). Abgerufen am 26.09.2026. Die Beispielrechnungen stammen aus dem Buch „Hundeernährung und Futterplan“ von Print my Pet.

Das Print My Pet Team

Wir leben mit Hunden, Katzen und einem alten Haflinger. Was wir schreiben, haben wir selbst durchgemacht.

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