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Welpe schläft nicht: was in der ersten Nacht wirklich hilft

Welpe schläft ruhig in seinem Körbchen direkt neben dem Bett seiner Halter in der ersten Nacht

Er weint, sobald das Licht ausgeht, und hört nicht mehr auf. Das ist in der ersten Nacht normal und hat nichts mit Verwöhnen zu tun: Dein Welpe hat gerade zum ersten Mal in seinem Leben keine Geschwister, keine Mutter und keinen vertrauten Geruch mehr um sich. Was jetzt hilft, ist Nähe, nicht Konsequenz. Ein Schlafplatz direkt neben deinem Bett, ein getragenes T-Shirt von dir und ruhige, kurze Ausgänge zum Lösen bringen die meisten Welpen innerhalb weniger Nächte zur Ruhe. Schreien lassen bringt dagegen nichts, außer beiden Seiten den Schlaf zu rauben.

Warum er weint: Panik, nicht Trotz

Ein acht bis zehn Wochen alter Welpe kennt bis zu diesem Abend nur ein Leben im Wurf: warme Körper links und rechts, ständige Geräusche, nie wirklich allein. Und jetzt liegt er in einem fremden Raum, riecht fremd, hört fremd, und die vertrauten Körper sind weg. Das Weinen ist keine Forderung und kein Test, ob du nachgibst. Es ist echte Trennungsangst, biologisch genauso eingebaut wie bei einem menschlichen Kleinkind. Wer das als Trotz liest und konsequent ignoriert, verlängert damit meistens nur die Zeit, bis der Welpe zur Ruhe kommt, weil Angst, die niemand beantwortet, nicht kleiner wird, sondern sich festsetzt.

Dazu kommt: Der Welpe hat noch kein Konzept davon, dass du morgen wieder da bist. Für ihn ist die geschlossene Tür kein „bis gleich“, sondern ein „für immer“. Genau deshalb wirkt räumliche Nähe in den ersten Nächten so viel stärker als jedes Trainingsprinzip, das später einmal sinnvoll wird. Erst wenn er gelernt hat, dass Alleinsein sicher endet, kann er auch lernen, kurze Trennungen auszuhalten.

Vorbereitung am Abend

Die erste Nacht wird leichter, wenn du sie vorbereitest, statt sie zu improvisieren. Vier Dinge machen den größten Unterschied:

  • Der Schlafplatz steht neben deinem Bett, nicht im Flur oder in der Küche. Der Welpe soll dich hören und riechen können, ohne dich zu sehen.
  • Ein getragenes T-Shirt von dir liegt in der Box oder im Körbchen. Es kostet nichts und wirkt trotzdem zuverlässiger als jedes Kuscheltier aus dem Zoofachhandel.
  • Eine Wärmflasche, in ein Handtuch gewickelt, ersetzt die Körperwärme der Wurfgeschwister. Nicht zu heiß, handwarm reicht.
  • Der letzte Auslauf liegt kurz vor dem Schlafengehen, danach nur noch Ruhe, kein aufregendes Spiel mehr.

Verzichte an diesem Abend bewusst auf Besuch. So schön es ist, den neuen Welpen zu zeigen: Jeder zusätzliche Reiz macht den Übergang in die Nacht schwerer, nicht leichter. Was sonst noch in den ersten Tagen ansteht und was vorher im Haus sein muss, steht in Welpen-Checkliste: Erstausstattung und die ersten 3 Tage.

Ablauf der Nacht, Stunde für Stunde

In der ersten Stunde nach dem Licht-aus wird er fast immer weinen, manchmal nur kurz, manchmal eine ganze Weile. Lass eine Hand vom Bett herunterhängen, damit er dich riechen kann, sprich dabei möglichst wenig. Beruhigt er sich nicht innerhalb von ein paar Minuten, oder hast du den Eindruck, er muss lösen, geh mit ihm raus. Ohne Ansprache, ohne Licht, ohne Spiel: raus, lösen, direkt wieder rein. Alles andere signalisiert ihm, dass sich Wachbleiben lohnt.

Zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden ist meistens die ruhigste Phase, vorausgesetzt der letzte Auslauf war kurz vor dem Schlafen. Wacht er zwischendurch auf und jault kurz, warte einen Moment, bevor du reagierst. Oft schläft er von selbst wieder ein. Wird das Jaulen lauter und bleibt es, ist das ein Signal für die Blase, kein Grund zur Sorge. Mit acht Wochen hält ein Welpe im Schlaf etwa zwei Stunden durch, mit drei Monaten rund drei.

Gegen den frühen Morgen, meist zwischen fünf und sieben Uhr, wacht er endgültig auf und will raus und fressen. Das ist keine schlechte Angewohnheit, sondern der natürliche Rhythmus eines Welpenmagens und einer Welpenblase, die noch nicht viel fassen.

Was es schlimmer macht

Der Ratschlag „einfach schreien lassen, damit er es lernt“ hält sich hartnäckig, ist aber überholt und für einen Welpen in den ersten Nächten schlicht falsch verstanden. Ignoriertes Weinen wird bei einem so jungen Tier nicht zu Gelassenheit, sondern zu mehr Stress, der sich in den Folgenächten zeigt. Genauso wenig hilft das Gegenteil: den Welpen nachts hochnehmen, mit ihm spielen oder ihn ins eigene Bett holen, obwohl er eigentlich nur lösen musste. Er lernt daraus schnell, dass Weinen zu Aufmerksamkeit und Spaß führt, und genau das macht die nächsten Nächte länger, nicht kürzer. Am meisten hilft Konsequenz in der Reaktion: raus, wenn er muss, Ruhe, wenn er nur unsicher ist, und jede Nacht dieselbe Strategie, nicht eine neue pro Abend.

Wann es besser wird

Nach den ersten zwei bis drei Nächten lässt das Weinen bei den meisten Welpen spürbar nach. Nach etwa einer Woche schlafen viele mit nur einer kurzen Unterbrechung zum Lösen durch, die je nach Alter noch einige Wochen bleibt. Wichtig ist dabei der Vergleich mit dem eigenen Welpen von gestern, nicht mit fremden Erfolgsgeschichten aus dem Internet: Manche Welpen brauchen zwei Nächte, andere zwei Wochen, und beides ist im normalen Bereich, solange sich eine Richtung zum Besseren erkennen lässt.

Ein kurzer Rückschritt ist ebenfalls normal, etwa nach einem aufregenden Tag, einem Tierarztbesuch oder wenn die Zähne wechseln. Das bedeutet nicht, dass ihr wieder bei null anfangt, sondern nur, dass eine Nacht anstrengender wird als die letzten drei. Bleib bei derselben Strategie, statt bei jedem Rückschritt etwas Neues zu probieren.

Wenn die Nächte ruhiger werden und das Thema Blase in den Vordergrund rückt, geht es in Welpe stubenrein bekommen weiter. Und der Wochenplan für den ganzen ersten Monat steht in Die ersten 30 Tage mit Welpe.

Wann zur Tierarztpraxis

Ein wenig Weinen und Unruhe in der ersten Nacht sind normal. Anders sieht es aus, wenn der Welpe durchgehend schreit statt zu jaulen, wenn Erbrechen, Durchfall oder auffällige Teilnahmslosigkeit dazukommen, oder wenn er auch nach mehreren Nächten überhaupt nicht zur Ruhe findet und tagsüber apathisch wirkt. Das können Anzeichen für Schmerzen oder eine gesundheitliche Ursache sein, die nichts mit Trennungsangst zu tun hat. Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Im Zweifel lieber einmal zu früh in der Tierarztpraxis anrufen als tagelang abzuwarten.

Hundeportrait im Aquarellstil auf Acrylglas, Motiv aus den ersten Wochen mit Welpe

Wenn diese Nächte vorbei sind, fehlt oft genau ein Bild aus der Zeit. Der Welpe, der nicht schlafen wollte, macht sich auf Acrylglas oder als Poster besser als in der Handygalerie. Die Vorschau siehst du, bevor irgendetwas gedruckt wird.

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Wer das Thema Schlaf und Alleinbleiben über die ersten Nächte hinaus aufbauen will, findet den Weg dorthin in Welpenerziehung & Junghundtraining.

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Quelle zur Blasenkapazität: American Kennel Club, How to Potty Train a Puppy. Abgerufen am 19.09.2026.

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