1809 taucht der Name Berger de Brie zum ersten Mal auf, beim umfassenden Landwirtschaftswettbewerb des Abbé Rozier. Gut hundert Jahre später suchte die französische Armee mit diesen Hunden in beiden Weltkriegen nach Verletzten auf den Schlachtfeldern.
| FCI | Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde), Sektion 1 Schäferhunde, Standard Nr. 113 Berger de Brie (Briard), mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | Rüden 62 bis 68 cm, Hündinnen 56 bis 64 cm (Toleranz plus 2 cm, minus 1 cm) |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | Median 12,6 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden, darunter nur 201 Briards (McMillan et al. 2024) |
| Fell | ziegenhaarartig, trocken, geschmeidig und lang (mindestens 7 cm), wenig Unterwolle; am Kopf Kinnbart, Schnauzbart und Augenbrauen |
| Farben laut Standard | Schwarz, Fauve, Fauve mit wenig oder mittel Schwarz überdeckt (oft mit Maske), Grau, Blau; alle Farben können ergrauen; Weiß, Braun und Mahagoni disqualifizieren |
Vom Niederlandschäfer zum Briard
Lange hieß er schlicht Chien de Berger français de Plaine, Französischer Niederlandschäferhund. Ausgewählt wurde er, um Herden zu führen und zu bewachen. Die FCI erkannte ihn am 14.12.1954 endgültig an. Sein kurzhaariger Landsmann ist der Beauceron, mit dem er die doppelten Afterkrallen an den Hinterläufen teilt; fehlen sie, ist ein Briard disqualifiziert.
Ruhig, furchtlos und mit eigenem Urteil
Der Standard verlangt ein ausgeglichenes Wesen, weder aggressiv noch ängstlich, ruhig und furchtlos, dazu lebhaft und aufgeweckt. Daheim zeigt sich das als Hund, der eng an seiner Familie hängt und zugleich bewacht, was ihm anvertraut ist. Mit freundlicher, beständiger Erziehung wird daraus ein souveräner Begleiter.
Hüten, Fährte, Agility: Hauptsache gemeinsam
Laut Standard soll er seine Arbeit mit einem Minimum an Anstrengung und Ermüdung erledigen, dazu passt ein raumgreifender Trab. Plane täglich ausgiebige Runden ein und gib ihm etwas zu tun: Hütetraining, Fährtenarbeit, Obedience oder Agility in einem Tempo, das zu seiner Größe passt. Ein Briard, der nur nebenherlaufen darf, sucht sich gern eigene Projekte.
Ziegenhaar will gebürstet werden
Weich oder wollig darf das lange Haar nicht sein, und Unterwolle hat er wenig. Rechne mit gründlichem Durchbürsten bis auf die Haut ein- bis zweimal pro Woche, damit hinter den Ohren und an der Hose keine Filzplatten entstehen. Bart und Augenbrauen sammeln Futterreste und brauchen täglich einen kurzen Blick.
Ein Augenleiden mit Forschungsgeschichte
In Schweden fiel 1989 ein Briard-Wurf auf, in dem fünf von neun Welpen nachtblind waren (Narfström et al. 1989). In einer eng verwandten Gruppe schwedischer Briards und Briard-Beagle-Kreuzungen fand man später die Ursache einer rezessiv vererbten, früh einsetzenden und fortschreitenden Netzhauterkrankung: einen Verlust von vier Basen im Gen RPE65 (Veske et al. 1999). Frag beim Züchter nach Augenuntersuchungen und Gentests der Elterntiere. In der britischen Auswertung von McMillan und Kollegen lebten Briards im Median 12,6 Jahre, Mischlinge 12,0 Jahre. Mit 201 Briards ist die Stichprobe aber klein, das Vertrauensintervall reicht von 11,3 bis 13,4 Jahren.
Für wen er passt und für wen nicht
Ein Briard fühlt sich wohl bei aktiven Menschen und Familien, die Fellpflege als festen Termin sehen, ihn überallhin mitnehmen und konsequent, aber ohne Strenge erziehen. Unglücklich wird er dort, wo man selten zu Hause ist, Haare im Auto und auf dem Sofa nicht ausstehen kann oder einen Hund erwartet, dem Haus und Hof egal sind.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 113 Berger de Brie (Briard) (fci.be, deutsche Fassung vom 11.12.2012, englische Fassung vom 23.01.2009); FCI-Rassenseite Nr. 113 (fci.be); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Narfström K et al., The Briard dog: a new animal model of congenital stationary night blindness, British Journal of Ophthalmology 1989; Veske A et al., Retinal dystrophy of Swedish briard/briard-beagle dogs is due to a 4-bp deletion in RPE65, Genomics 1999.
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